Juni 9

Das 6-Konten-Modell

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Das 6-Konten-Modell

by Jan

Juni 9, 2020

Bei fast allen Lehrern für Finanzen findest du ein sechs-Konten-Modell. Dieses besagt, wie du dein Einkommen auf "6 Konten" aufteilen sollst. Dadurch stellst du sicher, dass alle Bereich ausreichend Finanzen erhalten. Wir haben es als Grundlage für unsere eigene Planung verwendet - aber vor allem innerhalb des größten Kontos für Lebenshaltungskosten nochmal eine Unterteilung vorgenommen.

Bei den sechs Konten muss es sich dabei nicht um wirklich Bankkonten handeln. Das vereinfacht das Modell zwar, die wenigsten Banken bieten aber mehrere Konten an. Ein Lösungsweg manche Sachen als Bankkonto zu führen (zum Beispiel das Geld zum Sparen auf dem Tagesgeldkonto) während du für andere Konten das Geld bar abhebst und auf Gläser zu verteilst. Wir lassen alles auf einem Bankkonto und führen eine große Exceldatei mit allen Ausgaben, die uns sagt wie viel Geld auf dem Bankkonto in welches der sechs Konten gehört.

Im Standardmodell geht es um folgende sechs Konten. Die Prozentangaben stehen dabei jeweils für den Anteil deines monatlichen Einkommens, die in diesen Bereich fließen dürfen bzw. sollen.

6-Konten-Modell als Tortengrafik

Lebenshaltungskosten (55%)

Hier kommt alles rein, was du "normal" zum Leben  brauchst: Lebensmittel, Hygieneartikel, Miete oder Kredit für die Immobilie (die eigene Immobilie gilt dabei nicht als Investition!), Strom, Heizung, Taschengeld der Kinder und so weiter.

Bei manchen Sachen darfst du dich entscheiden, wo du sie einordnest: Ist Essen gehen für dich so normal, dass es Lebenshaltungskosten sind? Oder ist es ein besonderer Luxus, den du dir nur selten gönnst? Zumindest manche unserer Restaurantbesuche buche ich auf das Freizeitkonto - dann wenn wir in ein besonderes (und damit meistens auch teures) Restaurant gehen.

Wenn deine Ausgaben in diesem Bereich zu hoch sind, wirf einen Blick in unsere Bücher zum Sparen im Alltag. Diese helfen dir, im Alltag Geld zu sparen und so deine Lebenshaltungskosten zu reduzieren.

Investitionen (10%)

Investitionen sind hier wirklich im finanziellen Sinn gemeint. Also in Geldanlagen, die wachsen und oder regelmäßige Einkünfte erzielen. Dein Ziel darf es sein, so viele Anlagen zusammenzutragen, dass du von den Zinsen oder anderen Erträgen daraus deine Leben bestreiten kannst. Dann bist du finanziell frei. Solange du dieses Ziel noch nicht erreicht hast, nimmst du alle Erträge aus deinen Investitionen und Reinvestierst diese, damit deine Investitionen noch schneller wachsen.

In diese Kategorie gehören Investitionen in Edelmetalle, Immobilen (zur Vermietung, nicht die eigene!), Aktien, Fonds, Kryptowährungen, Unternehmensbeteiligungen und viele weitere Anlageformen.

Rücklagen (10%)

Das ist das Konto was man klassisch als "Spar-Konto" bezeichnen könnte. Es ist für größere Anschaffungen vorgesehen, etwas Renovierungsarbeiten, neue Elektrogeräte, ein neues Auto, etc. 

Wir haben uns bei diesem Modell ein Limit gesetzt. Sobald dieses erreich ist, fließt das Geld statt dessen in die Investitionen. 

Warum ist dieses Modell getrennt von den Investitionen? Zum einen weil es kaum noch Investitionen gibt, bei denen du aktuell ordentliche Zinsen bekommst und zugleich zeitnah auf ein Geld zugreifen kannst. Geld aus Investitionen abzuziehen sorgt dort meistens für unnötige Gebühren. Und du sollst nicht Gefahr laufen dein Investitionskonto zu "killen", wenn du mal dringend Geld brauchst. 

Weiterbildung (10%)

Dieses Konto habe ich in der Vergangenheit am meisten vernachlässigt. Seit ich diese Ausgaben konsequent auch nutze um mich fachlich weiterzubilden passieren wirklich spannende Dinge. 

Wenn du selbständig bist, solltest du natürlich beruflich passende Weiterbildungen in deine Firma reinzunehmen. Denn dort gehören sie hin und du sparst dir Steuern. Das darfst du dann mit dem Konto gegenrechnen.

Freizeit / Spaß (10%)

Jegliches Konten-Modell ist von vorne herein zum Scheitern verurteilt, wenn du nicht auch genügend Geld für besondere Freizeitaktivitäten vorsiehst. Ob besondere Hobbys oder extra Ausflüge, der besondere Restaurantbesuch oder der Fallschirmsprung sind hier aufgehoben.

Mit steigendem Einkommen dürfen Sachen von hier auch Richtung Lebenshaltungskosten wandern. So ist etwa der Restaurantbesuch bei geringem Einkommen vielleicht noch Luxus, mit höherem Einkommen aber die wöchentliche Regel. Achte darauf, dass du das Geld des Freizeitkontos wirklich für besondere Dinge ausgibst. Quasi für die extra Portion Spaß in deinem Leben.

Spenden (5%)

Sei großzügig und Spende diesen Teil deines Einkommens für wohltätige Zwecke. Wir wählen dabei Projekte mit einen persönlichen Bezug und keinem oder einem geringen Anteil an Verwaltungskosten. Dieses Konto ist der Grund, warum wir von unseren Büchern jeweils einen Euro spenden. Denn egal welcher Werbepartner am Schluss seinen Anteil bekommt - die Spende ist schon verrechnet. 😉

Wenn du dich mit diesem Konto schwer tust, weil du wenig Geld verdienst, kannst du auch konsequent Zeit für soziale Projekte spenden oder Ähnliches. Baue aber so bald wie möglich einen kleinen und dann wachsenden Spendenanteil auf.

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Über den Autor Jan

Jan ist der Ideengeber und Gründer von Wunderbar Sparen. Er hat sich ausgiebig mit dem Thema Geld auseinandergesetzt und veröffentlichte das erste Buch "Brotaufstriche Wunderbar Sparen".

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